Imkerarbeiten im August: Bienen auffüttern und Wintervorräte aufbauen
Im August entsteht das Fundament für die kalte Jahreszeit. Jetzt zählt, was im Volk steckt: erreichbares Futter, eine gute Volksentwicklung und eine saubere Behandlungsgeschichte.

Nach Bedarf auffüttern
Schätze zuerst den vorhandenen Vorrat. Eine feste Gabe wie «fünf Liter» passt nicht zu jedem Volk. Die fehlende Menge ergibt sich aus dem Vorrat und dem Ziel für die Überwinterung. Der BGD nennt rund 20 Kilogramm Wintervorrat für ein Wirtschaftsvolk als Orientierung. Beachte: Das Gewicht des Futters ist nicht gleich dem Volumen des Sirups. Rechne mit den Angaben im Merkblatt zur Fütterung. Beispiel nach BGD 4.2: Fehlen 10 kg eingelagertes Winterfutter, entsprechen dies ungefähr 14 Litern Zuckerwasser im Verhältnis 3:2 oder 12 Litern Invert-Futtersirup mit 72 Prozent Trockensubstanz. Das sind alternative Ausgangsmengen, keine zusätzlichen Gaben. Kontrolliere anschliessend den tatsächlich eingelagerten Vorrat. Ein überfüllter Brutraum ist ungünstig, weil die Winterbienen noch Platz brauchen.
Fütterung und Behandlung koordinieren
Bei der üblichen Abfolge mit Ameisensäure liegt die Auffütterung zwischen der ersten und der zweiten Sommerbehandlung. Während einer Ameisensäurebehandlung fütterst du nicht. Vor der Behandlung muss genügend erreichbares Futter im Volk sein. Halte dich an Methode und Anleitung deines Systems und nicht an starre Wochenangaben. Plane die zweite Sommerbehandlung rechtzeitig im September ein, siehe Septemberkalender.
Futtergeschirr und Fluglöcher
Prüfe das Geschirr auf Dichtheit, damit keine fremden Bienen herankommen. Flüssigfutter gibst du am Abend. Entferne Verschüttetes sofort. Ein fehlendes Brutbild bedeutet nicht automatisch, dass die Königin fehlt. Auch der Zeitpunkt nach einer Behandlung beeinflusst das Bild. Beurteile auffällige Völker gezielt, siehe BGD-Merkblatt zu weisellosen Völkern.
Das gehört in die Dokumentation
Notiere den geschätzten Vorrat, die tatsächlich gegebenen Mengen und die Behandlungstermine. So erkennst du im September, was noch fehlt.
Futtervorrat praktisch erfassen
Für eine Wabenschätzung zählt die gefüllte Fläche auf beiden Seiten. BGD 4.2 nennt ungefähr 4 kg Futter für eine beidseitig volle Dadant-Brutwabe und 3 kg für eine Schweizerkasten-Brutwabe. Teilflächen werden entsprechend geschätzt. Schreibe Wabensystem, Schätzung und nachgereichte Mengen zusammen auf.
Das vorsichtige Anheben einer Beute zeigt Veränderungen, liefert ohne bekannte Leergewichte aber keine genaue Kilogrammzahl. Beim Wägen müssen Kasten, Waben, Bienen und Zubehör berücksichtigt werden. Vergleiche nicht ungeprüft verschiedene Kastensysteme.
Aus der Imkerei Vogel
Unsere Bienenstände befinden sich in Buchrain, Verkauf und Kontakt in Emmenbrücke. Die Imkerei kennenlernen und Zum Honigshop.
Häufige Fragen zum August
Wie viel Futter brauchen Bienen für den Winter?
Der BGD nennt rund 20 Kilogramm Wintervorrat pro Wirtschaftsvolk als Orientierung. Die genaue Menge hängt vom Volk und seinem Vorrat ab.
Darf ich während der Ameisensäurebehandlung füttern?
Nein. Die Auffütterung liegt zwischen den beiden Sommerbehandlungen.
Wann gebe ich das Futter?
Flüssigfutter am Abend, damit keine Räuberei entsteht.
Fachquellen
BGD 1.2.1: Liebig-Dispenser, V 2505
BGD 4.7.4: Umgang mit weisellosen Völkern, V 2601
Redaktionsstand: 13.10.2026. Eigenständig formuliert anhand der genannten Fachquellen; keine Freigabe durch die Fachstellen.
