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Imkerarbeiten im Januar: Ruhe am Bienenstand

Im Januar wirkt der Bienenstand wie ausgestorben. Hinter den Fluglöchern sitzen die Bienen aber dicht gedrängt in der Wintertraube. Die Bienen im Inneren halten die Wärme, die äusseren Bienen wechseln sich ab. Der Brutbeginn kann sich mit Wetter, Standort und Volk verschieben. Lege deshalb keinen festen Januartermin fest, sondern beobachte Entwicklung und Futterverbrauch. Für uns Imker heisst das vor allem: Zurückhaltung. Nicht jeder Kontrollgang braucht einen geöffneten Kasten.

Bienenstand im Winter

Von aussen beobachten statt öffnen

Bei einem ruhigen Rundgang prüfst du drei Dinge:

  • Fluglöcher: Sind sie frei von Eis, Schnee und toten Bienen? Ein verstopftes Flugloch räumst du vorsichtig mit einem Draht oder Holzstäbchen.
  • Beuten: Stehen die Kästen sicher? Sind Abdeckungen nach Wind oder Schneelast intakt?
  • Spuren von Tieren: Hacklöcher von Spechten oder Nagespuren von Mäusen am Flugloch gehören sofort behoben. Kontrolle, ob sich Mäuse im Bienenstock befinden.

Ein Volk, an dessen Flugloch bei Kälte nichts fliegt, ist nicht automatisch im Bestand gefährdet. Die Bienen fliegen erst bei milden Temperaturen. Auch Klopfen an der Beute taugt nicht als Gesundheitsprüfung, es stört nur die Traube.

Gemüll richtig lesen

Hast du Gemülleinlagen im Boden, kannst du sie gelegentlich kontrollieren. Wachskrümel zeigen dir, wo die Bienen sitzen und wo sie Vorräte öffnen. Farbe, Menge und Verteilung sind Hinweise. Eine Krankheit oder einen Behandlungsbedarf leitest du daraus nicht ab. Vergleiche die Einlagen über mehrere Wochen und zusammen mit der Fluglochbeobachtung.

Die Winterbehandlung auswerten

Hast du im November oder Dezember behandelt, gehört die Erfolgskontrolle noch in diese Zeit. Nach dem BGD-Konzept zählst du den Behandlungsmilbenfall über zwei Wochen. Fallen mehr als 500 Milben, ist nach dem BGD-Konzept eine zweite Winterbehandlung durch Sprühen oder Verdampfen erforderlich. Die Anwendungsvoraussetzungen und eine nötige Abklärung durch den BGD bleiben massgebend. Der Januar ist aber kein Standardtermin für eine erste Behandlung. Mehr dazu im Artikel Varroa im Bienenjahr.

Werkstatt und Planung

Jetzt ist Zeit für alles, was in der Saison fehlt:

  1. Rähmchen prüfen, reparieren und neue Mittelwände einlöten.
  2. Zargen, Ablegerkästen und Honigräume kontrollieren.
  3. Alte Brutwaben aussortieren und einschmelzen. Mehr dazu im Novemberkalender.
  4. Stockkarten des Vorjahres auswerten und den Materialbedarf für die nächste Saison planen.
  5. Weiterbildung und Ferienvertretung für die Saison organisieren.

Aus der Imkerei Vogel

Unsere Bienenstände befinden sich in Buchrain, Verkauf und Kontakt in Emmenbrücke. Die Imkerei kennenlernen und Zum Honigshop.

Häufige Fragen zum Januar

Darf ich im Januar die Beute öffnen?

Nur in begründeten Ausnahmen, etwa bei einem konkreten Verdacht auf Futtermangel oder bei einer notwendigen Behandlung. Jede Störung kostet das Volk Wärme und Energie.

Muss ich im Januar noch gegen Varroa behandeln?

Nicht als Routine. Die Winterbehandlung gehört in den brutfreien Zustand, meist November oder Dezember. Im Januar steht die Erfolgskontrolle im Vordergrund.

Wie erkenne ich, ob ein Volk lebt?

Im Winter am besten am Verhalten am Flugloch an milden Tagen und am Gemüll. Ein Ohr an der Beute zu halten ist in der Regel nicht nötig, aber man kann das Summen der Bienen hören.

Fachquellen

BGD 4.8.1: Fluglochbeobachtung, V 2407

BGD: Unverzichtbare Winterbehandlung und Erfolgskontrolle

Schweizerische Bienen-Zeitung: Aufbau der Wintertraube

Redaktion: Imkerei Vogel · Bienenstände Buchrain, Verkauf und Kontakt Emmenbrücke.

Redaktionsstand: 13.10.2026. Eigenständig formuliert anhand der genannten Fachquellen; keine Freigabe durch die Fachstellen.

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